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Als vor etlichen Jahren ein genialer russischer Programmierer die Idee für "Tetris" hatte, entdeckten viele ihre Liebe für den Klötzchenbau. "Boxikon" ist kein Tetris, auch keines der zahlreichen Plagiate. Aber auch bei "Boxikon" geht es um die Anordnung von Klötzchen - und auch Boxikon macht süchtig.

Das Spielprinzip ist scheinbar simpel: Auf einer quadratischen Matrix von neun auf neun Feldern müssen Bauklötze verschiedener Formen und Farben angeordnet werden. Die Klötze (oder geometrische Figuren) sind am unteren Bildschirmrand sichtbar, wobei maximal fünf Klötze zur Auswahl stehen. Wenn ein Klötzchen vom Spieler aufgenommen wurde, um es auf dem Spielfeld zu platzieren, wird es vom Programm nach kurzer Zeit durch ein neues ersetzt. Der Sinn des Spieles besteht natürlich darin, die Klötzchen so geschickt im Spielfeld unterzubringen, dass lückenlose Reihen in beliebigen Farben - oder einfarbige Quadrate ab 4x4 Feldern entstehen. Gelingt dies, lösen sich die betroffenen Klötzchen auf und schaffen Platz für neue Figuren. Das klingt nicht nur einfach, das ist es auch - jedenfalls die ersten paar Minuten..... Dann beginnt der Stress...

Die Klötzchen, anfänglich noch einfach geformt, werden von Level zu Level komplexer; es wird immer schwieriger, die Figuren lückenlos in das Spielfeld einzubauen. Und natürlich spielt auch der Zeitfaktor eine wichtige Rolle. Wenn am unteren Bildschirmrand die maximale Anzahl von fünf Klötzchen erreicht ist und der Spieler zu lange zögert, legt das Programm nach dem Zufallsprinzip einen "Blocker" auf dem Spielfeld ab. Reihen, in denen sich Blocker befinden, lösen sich nicht auf und verhindern dadurch effektives Weiterbauen. Zum Glück gibt es aber auch "Explosionssteine". Diese funkelnden Steine erscheinen nach dem Zufallsprinzip und sind in die zu verbauenden Klötzchen eingebettet. Wenn sie explodieren, sprengen sie auch die umliegenden Steine, so dass auf dem Spielfeld Platz geschaffen wird. "Explosionssteine" sind die einzige Möglichkeit, lästige "Blocker" wieder loszuwerden. Für jede aufgelöste Reihe gibt es Punkte. Gelingt es durch geschicktes Taktieren, mehrere Reihen gleichzeitig aufzulösen, gibt es Bonuspunkte. Die meisten Punkte können durch den Bau einfarbiger Quadrate erzielt werden. Das ist jedoch nicht einfach und setzt einige Spielroutine voraus. Das Spiel ist verloren, wenn keine Klötze mehr auf dem Spielfeld abgelegt werden können.
Bedienung
Die Bedienung ist sehr komfortabel und erfolgt ausschlieЯlich über den Stylus; durch einmaliges Tippen wird ein Klötzchen ausgewählt und durch mehrmaliges Tippen gedreht. Die ausgewählte Figur wird über das Spielfeld gezogen und dort abgelegt. Fertig.

Das Programm bietet die Spielmodi "einfach", "mittel" und "schwer" an. Im mittleren und schweren Modus sind bereits bei Spielbeginn "Blocker" auf dem Spielfeld verteilt. Sonst gibt es keine Unterschiede.
Ein Spielstand kann gespeichert werden. Nett, wenn das Spiel einmal längere Zeit unterbrochen werden muЯ.
Die QVGA - Grafik ist hübsch, übersichtlich und bietet einige kleine Spezialeffekte. Musik ist nicht implentiert. Soundeffekte sind vorhanden, lassen sich aber abschalten. Das ist empfehlenswert, wenn man ein älteres Gerät besitzt, denn durch eingeschalteten Sound wird die Grafik sichtlich verlangsamt.
Käufer der PocketPC-Version erhalten die Desktop-Version als kostenlose Zugabe.
Langzeitmotivation: Wenn ihr Tetris mögt, werdet ihr euch in Boxikon verlieben. Das Programm ist erfrischend anders und bietet komplexere Herausforderungen als die üblichen Klötzchenknobelein. Die Suchtgefahr ist enorm.
Leider gibt es aber auch einige negative Aspekte. Boxikon hat einen sehr hohen Schwierigkeitsgrad und einen hohen Frustrationsfaktor. In höheren Leveln sind die Figuren sehr komplex und erscheinen in so kurzen Abständen, dass strategisches Denken von hektischem Platzieren auf dem Spielfeld abgelöst wird. Wenn dann nicht zufällig einer der seltenen Explosionssteine vorhanden ist und richtig verbaut werden kann, heisst es sehr schnell "Game over". Auch werden in höheren Leven die leichteren Figuren immer seltener. Hier sollten die Entwickler nachbessern und in einem der regelmäЯig erscheinenden Updates das Spiel etwas vereinfachen.
Dennoch - eine insgesamt gelungene Knobelei, die von Fans des Genres unbedingt angetestet werden sollte.

Tipps, die nicht in der Anleitung stehen: Wenn zwei Explosionssteine nebeneinander platziert werden, explodieren sie auch dann, wenn keine Reihe vervollständigt werden konnte. Eine der Hardwaretasten ist mit einer Undo-Funktion belegt. Ausprobieren!
Programmierer: Paul Burkey Preis: 16,95 Euro Shareware, Demo erhältlich

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