Kann was 1994 gut war, heute noch jemanden vom Hocker hauen?
Es kann.
"UFO Enemy Unknown" war vor gut 10 Jahren ein Hammer-Game. So Hammer, das es vielerlei Nachahmer gefunden hat (die Fallout Serie, Gorky17, Desperado usw.). Jetzt wollen die Aliens deinen Pocket PC erobern…
Das Spielprinzip ist schlicht, aber fesselnd:
- 70% Rundenbasierte Strategie-Maps
- 30% Wirtschafts- und Aufbau-Simulation
Dazu gibt es eine zugegebenermaßen nicht ganz neue Story. Die allerdings nicht plump daher kommt, sondern vom Spieler erst langsam herausgefunden werden will. Unterstrichen wird das Ganze mit spannender, aber nicht besonders abwechslungsreicher Musik.
Jeder seiner Soldaten wird separat gesteuert. Eine Aktion kostet Zeiteinheiten, und je nachdem wie viele Zeiteinheiten man zur Verfügung hat, kann man laufen, schiessen, Granaten entsichern, werfen, Medipacks anwenden, Dinge aufheben usw. Hat man alle seine Einheiten gezogen, ist die Gegenseite dran.
Die Grafik kann sich sehen lassen, detailliert aber nicht überladen.
>In den rundenbasierten Strategie-Maps ist die Ansicht isometrisch, man schaut also von oben, schräg auf das Geschehen. Rotieren, oder zoomen kann man die Sicht nicht, trotzdem bleiben die Maps auf meinem 320x240 Pixel großen XDA Display überraschend gut überschaubar.
>Um auch Objekte anzeigen zu können die z.B. hinter einem Gebäude auf dem Boden liegen, kann man zwischen mehreren Höhen-Ebenen wechseln. Gebäude werden oberhalb der gewählten Ebene abgeschnitten und geben so die Sicht auf dahinter liegendes Terrain frei.
Brennend heißer Wüstenwind…
Dunkle Vorgärten…
Das Sichtverhalten ist äußerst realistisch. So muss die Map erst einmal erkundet werden, bevor man z.B. die Position von abgeschossenen Raumschiffen etc. bestimmen kann. In nicht erkundeten Bereichen ist die Map schwarz. Rauch, Feuer und Dunkelheit schränken die Sichtweite massiv ein. Erfolgt ein Einsatz in der Nacht, so kann meine Einheit nur Objekte in einem relativ kleinem Radius ausmachen, Leuchtgranaten leisten hier Abhilfe
Jeder Soldat hat sein eigenes Blickfeld, in welchen er Feinde und Bewegungen wahrnimmt und auf die er reagieren kann.
Sein Blickfeld erweitern kann man übrigens auch, indem man Wände, Pflanzen und andere herumstehende Gegenstände schlicht von der Bildfläche schießt. So können auch zeitaufwändige Durchquerungen von Gebäuden abgekürzt werden – einfach einen Korridor quer durchs Haus ballern!
Angenehm fällt auf, dass bei jedem Einsatz, eine neue Map generiert wird, wodurch die verschiedenen Szenarios nicht vorhersehbar sind.
Der linke ScreenShot zeigt die selbe Wüsten-Szene, aus der auch der obere Shot stammt, aus der Vogelperspektive.
Vor jedem Einsatz werden die Soldaten individuell ausgerüstet werden. Einem schwächeren Soldaten drückt man besser keinen schweren Raketenwerfer plus Ersatzraketen in die Hand. Ihnen reicht meist auch eine durchgeladene Plasmapistole um Alien-Lichter auszublasen.
Beim nächsten Einsatz werden die Waffen automatisch wieder an die selben Einheiten verteilt, wodurch man nicht jedes mal neu alle Artikel verteilen muss.
Im Wirtschafts- und Aufbau-Teil, der sich erstmal als eine Weltkarte anzeigt, können meine Jäger auf der Suche nach Eindringlingen patrolieren, oder aufgespürten Schiffen nachstellen.
rot = fliegendes UFO
grün = gelandetes UFO
gelb = meine Abfangjäger
weiss = meine Basis
Mit meiner anfänglich ziemlich erbärmlichen Waffen- und Radartechnologie lassen sich große Alien-Schiffe nicht wirksam bekämpfen, weswegen man ab und an auch einmal Reißaus nehmen muss.
Im Hangar kann man seine Schiffe mit Personal und Waffen bestücken
„Very Large“: Zeit nach Hause zu gehen…
Eine Basis kann mit einer Menge verschiedenen Einrichtungen erweitert werden. Unter anderem gibt es Alien-Isolations-Zellen (um lebende Aliens zu studieren), Kurz- und LangstreckenRadar, Raketenabwehr (gegen direkte Angriffe von Aliens auf die Basis), Wohnquartiere usw.
Meine Basis. Die Zahlen in den Feldern zeigen die verbleibenden Tage bis die Einrichtung fertig ist.
Es ist möglich (und dringend empfohen) gefundene Alien-Technologien zu erforschen und zu reproduzieren, wofür man seine Basis mit Labors und Werkstätten ausrüsten muss.
All das kostet Geld. Zum Glück gibt es eine Liste von Geldgebernationen, die einen besonderen Einsatz in ihrem Gebiet sogar durch Aufstocken der Mittel honorieren. Lässt man jedoch einige Staaten völlig außer Acht, so können sich diesen den Aliens anschließen. Wodurch empfindliche Löcher in die Alien-Jäger-Kasse gerissen werden.
Der Schwierigkeitsgrad ist insgesamt gesehen recht knackig. Am Anfang kann man angesichts der Stärke und Schussgenauigkeit einiger Alien-Einheiten schnell entmutigt sein. Mit besseren Waffen, die Stück für Stück entwickelt werden, können unsere Mannen sich allerdings immer besser gegen die technologisch viel weiter entwickelten Aliens durchsetzen
Die Beta-Version Die Beta merkt man daran, dass Aliens teilweise versuchen auf Einheiten zu schiessen, die hinter ganzen Hügeln oder anderen Gegenständen unerreichbar versteckt sind. Außerdem bringt es momentan noch keinen Genauigkeitsbonus, wenn man sich hinkniet (behoben ab Beta1.24). Genausowenig kann man sich durch ducken hinter ein Objekt den Blicken eines Aliens entziehen (behoben ab Beta1.24).
Ab und an Stürzt das Programm auch noch ohne Vorwarnung ab, allerdings kommt dies nach einer Weile spielen wesentlich seltener vor (keine Ahnung wie das kommt). Es ist momentan auch noch nicht möglich Alien-Basen anzugreifen, da das Program abstürzt, sobald man die Map betritt.
Mein Fazit:
Alles in Allem sieht es so aus, als ob „Pocket UFO“ wie vor zehn Jahren das Zeug hat ein Renner zu werden. Und das ist erst eine Beta-Version!
Nach jedem Kampf brennt man darauf, die gefundenen Artefakte zu erforschen, oder (o schnöder Mamon) zu verscherbeln, um seine Basen aufbauen zu können. Da die Soldaten sich von Einsatz zu Einsatz verbessern und Stufen erreichen können, baut man fast ein persönliches Verhältnis zu besonderen Einheiten auf.
Strategie- und Aufbau-Simulation sind meiner Meinung nach gut ausgewogen. Besonders gut finde ich, dass man sich wirklich Überlebens-Methoden ausdenken muss. Mit einfachem „drauflos rennen“ wird man nämlich nicht weit kommen (vor allem wird man nie ein persönliches Verhältnis zu seinen Soldaten aufbauen können...
Da man wahrscheinlich viele Stunden vor dem PPC verbringt, hätte man ruhig mehr Musik-Stücke einbauen können. Vielleicht kommt noch etwas mehr in der finalen Version. Auch fehlt mir das Intro, was mich damals oft wieder auf den Kampf gehen die Aliens eingestimmt hat.
Was mir allerdings mit Abstand am meisten Spaß macht: Mit Raketenwerfer, Handgranaten und Sprengstoff ganze Maps in Flammen, Schutt und Asche zu legen! Dumm nur, dass dabei nicht mehr viel von den erlegten Aliens übrig bleibt – die hätte man später super verkaufen können...
Greetinx
Euer WokoLoko
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