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Die PDA Spielesektion durchlebt gerade eine schwere Krise, die mit dem schwarzen Freitag der dreißiger Jahre vergleichbar ist. Nicht nur, dass Sonys PSP und Nintendos DS die Handhelds dominieren, nein auch die großen Spielehersteller haben kein Interesse an dem doch so großen PDA Sektor. Was zurzeit auf dem PDA Sektor herrscht erinnert stark an die Mitte der neunziger Jahre und das, womit der PC damals zu kämpfen hatte. Die Playstation und das N64 waren dem PC haushoch überlegen und begeisterten Millionen mit Ihrer damals phänomenalen Grafik. Der PC-Entwickler hingegen stellte immer noch vektorbasierende Flugsimulationen und schon lange veraltete 2D Jump’n’Run Spiele her. Bis 1996 die Revolution kam – 3dfx und Voodoo revolutionierten den PC Spielesektor und verhalfen einer Menge Unternehmen zu viel Ruhm. Ab da war die Krise überwunden und man konnte den Konsolen nicht nur Paroli bieten, sondern auch die wahre Kraft des PCs zeigen.
Scheinbar wiederholen sich die Ereignisse zehn Jahre später noch einmal. Die PSP und der NDS sind überstarke Konsolen, die die PDA Spielewelt in den Hintergrund rücken. Die Firmen, die Sony und Nintendo unterstützen, haben kein Interesse an PDAs, weil Ihre Leistung einfach nicht ausreichend ist. Doch das ist ein Trugbild. Als 2005 Dell den Axim x50v präsentierte und mit ihm Intels 2700G Beschleuniger, brach in der PDA Szene eine Euphorie aus, jeder träumte von Q3A, Battlefield und anderen OpneGL Spielen, die heiße Kandidaten dafür waren, portiert zu werden. Als erstes schaffte es Q3A. Außerdem kamen ein paar andere 3D Beschleunigte Spiele wie Tony Hawks Pro Skater 2 dazu. Die Euphorie ebbte aber genau so schnell ab wie sie begann. Die Entwicklung stagnierte und man wartete ungeduldig auf irgendeine Neuerscheinung, die man sich sofort holen würde, doch dem war nicht so. Erinnern wir uns an dieser Stelle kurz an 2002 zurück. Tomb Raider, Age of Empires und diverse andere Klassiker schafften es auf den Pocket PC und sind bis heute beliebt. Doch nach diesem aktiven Erscheinen einiger Spielehits war auf einmal Ebbe im PDA Sektor. Warum? – Die Grundlage für gute Spiele ist doch geschaffen, aber warum kommen Sie nicht? Windows Mobile 5 verspricht Direct3DMobile, doch davon haben wir noch nichts gesehen. OpenGL Spiele gibt es auch ein paar, doch wo sind die anderen, die folgen sollten? Die Ursachen dafür, dass sie nicht erscheinen, sind vielseitig und diese sollen erörtert werden, um vielleicht festzustellen, dass einige von ihnen nur Mythen sind. Die größte und erste Ursache für die magere Unterstützung seitens der großen Spielehersteller dürfte der immer noch vorherrschende Glaube an die Professionalität der Geräte sein. Sie werden hauptsächlich von Geschäftsleuten eingesetzt und der Spielemarkt ist daher sehr klein. Das stimmt größtenteils, aber wenn wir wieder einen Vergleich zum PC ziehen, sehen wir da keine Parallele? War der PC einst auch nur Arbeitsgerät? Würden genug gute Spiele dafür erscheinen, so ließe sich auch eine große Gruppe von Spielern rüberlocken. Die zweite Ursache dürfte die Unbeständigkeit des PDA Sektors sein. Wohin geht es mit Palm OS, was bringt Windows Mobile in der Zukunft? Während Palm OS mittlerweile ALP heißt und palmSource von ACCESS übernommen worden ist, verschmilzt Windows Mobile immer mehr zu einem Smartphone Betriebssystem. Die Zukunft von ALP ist daher ungewiss, zumal es nicht einmal ein SDK für Entwickler gibt. Windows Mobile scheint dagegen mit Nachfolgern die Zukunft bereits gesichert zu haben, das geht zumindest aus der Roadmap hervor. Außerdem wäre da noch Intel, der mit Monahan einen neuen 1,2GHz starken ARM-CPU mit einem neuen Beschleuniger angekündigt hat. Wann neue PDAs mit diesem Prozessor kommen, bleibt jedoch ein Geheimnis. Aus diesem Grund scheuen sich vielleicht auch die Hersteller diesen Markt zu betreten, da die Entwicklung unvorhersehbar ist. Ein dritter Grund dürfte die Piraterie im Pocket PC Segment sein, die nach Einschätzungen von Herstellern, die in der Branche tätig sind, Astraware z.B., einen immensen Schaden verursacht. Ein passendes Medium zu finden, ist unmöglich, denn die PDAs setzen auf den SD/CF Kartenstandard, der vielleicht ein wiederbeschreiben der Karte verhindern könnte, auslesen könnte sie trotzdem jeder. Außerdem wären die PDA User nicht sehr zufrieden, wenn sie jedes Mal die Speicherkarte wechseln müssten, um ein Spiel zu spielen. Was also tun, um diesem vorzubeugen? Nun, da wären schon einige schöne Beispiele, die bereits im Umlauf sind und den Softwarepiraten einen Riegel vor die Tür schieben. Das beste Beispiel hierfür ist PODz. Die Firma AcePocket generiert anhand der Email-Adresse, dem Benutzernamen auf dem PDA und einer Nummer aus dem Spiel eine Datei, die dann die Demo freischaltet. Bis heute ist es keinem gelungen diesen Schutz zu knacken. Warum also nicht auch ein solches System entwickeln, um sich so abzusichern? Dann wäre da auch noch ein Punkt, der vor allem in der heutigen gewinnoptimierten Marktstrategie eine überaus tragende Rolle spielt. Ist es überhaupt rentabel für diese Plattform zu entwickeln? Wie teuer müsste ein Spiel sein, damit es sich rentiert? Die PSP Spiele kosten 30 bis 50 Euro, NDS 30 bis 40 Euro. Der Durchschnittspreis für ein PDA Spiel liegt dagegen bei ca. 15 Euro. Ausnahmen gibt es natürlich bei höherwertigen Spielen, die dann bis 30 Euro kosten können, diese sich aber für den Spieler rentieren, wie z.B. Tony Hawks Pro Skater 2. Doch wie viel müsste ein PDA Spiel kosten, wenn die Entwicklungskosten sich auf mehrere Zehntausend Euro belaufen? Ich denke eine Mehrzahl der Spieler wäre bereit durchaus 30 Euro für ein qualitativ hochwertiges Spiel auszugeben, damit dürfte dies knapp unter PSP Niveau liegen. Man muss jedoch bedenken, dass die Hersteller kein zusätzliches SDK brauchen, zumindest bei Windows Mobile nicht, um das Spiel zu entwickeln. Die Portierungen der alten Spiele, die auf PC sowieso keiner mehr kauft und deren Quelltexte auf den Festplatten der Hersteller verstauben, würden eine Renaissance erleben. Command and Conquer, Need for Speed, Starcraft, etc. würden zu einem Boom im PDA Sektor führen. Es wäre also rentabel und man würde sich einen zusätzlichen Absatzmarkt schaffen. Der Verkauf könnte einfach auf CD in jedem gut sortierten Spielegeschäft stattfinden. Anscheinend sind die großen Hersteller aber blind für diesen großen Markt. Sie konzentrieren sich lieber mehr auf PSP und NDS und lassen den PDA User außer Acht. Wahrscheinlich liegt das daran, dass PDAs immer noch viel zu teuer für Spieler sind und eine PSP kriegt man schon für 200 Euro, also 50% billiger als ein High-End-PDA. Schade, eigentlich. Die PDAs bieten nämlich alles, was man zum Spielen braucht, WLAN, Bluetooth, einen großen Touchscreen und genügend Leistung, warum also nicht dafür entwickeln? Die Zukunft der PDA Spiele könnte nämlich rosig aussehen. Grafische Feuerwerke, qualitativ hochwertige Spiele und eine riesige Spielergemeinde könnten so entstehen. Nicht nur die Spieler könnten sich freuen, auch die Hersteller, über die steigenden Gewinne. Wir hoffen, auch im Namen der großen PDA Spiele Community, das die großen Spielehersteller endlich entdecken, dass sie einen sehr großen Markt außer Acht lassen und schon bald alte Spielhits auf den Markt bringen.
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